Tag eins: Lästige Nebengeräusche
Um Punkt 16:00 Uhr war es gestern soweit. Die 19. FIFA Weltmeisterschaft nahm ihren Lauf. Sportlich sollten die Auftaktpartien Südafrika gegen Mexiko und Frankreich gegen Uruguay enttäuschen. Eintauchen durften aber, viele wohl zum ersten Mal, in das südafrikanische Lautenmeer der Vuvuzelas. Eine sehr schnell sehr nervende Angelegenheit. Genauso wie die Absonderungen eines Herren die von Johannesburg über den Küniglberg in die österreichischen Haushalte übertragen wurden.
Zunächst aber doch Sportliches. Anfangs enttäuschend schien der Auftakt für die Gastgeber zu verlaufen. Nelson Mandela kam, aufgrund eines familiären Todesfalles, nicht zur Eröffnung und die “Bafana Bafana” folglich nicht so recht in die Auftaktpartie. Mexiko spielte engagiert, scheiterte aber in den entscheidenden Situationen am gegnerischen Keeper. Dass beide Hintermannschaften nicht die sattelfestesten sind, wurde dann nach dem Seitenwechsel bewiesen. Zunächst sorgte Siphiwe Tshabalala mit einem Prachtschuss ins Kreuzeck für einen neuen Vuvuzela-Dezibelrekord in der Soccer City, doch Rafael Marquez, der das Gefühl bei einer WM zu treffen (Achtelfinale 2006 gegen Argentinien) kennt, nützte einen Abwehrschnitzer elf Minuten vor dem Ende zum Ausgleich.
Die erste Abendpartie, Frankreich gegen Uruguay, vom Namen her doch hochkarätig, sollte dann auf ganzer Linie enttäuschen. Fehlpässe und ruppige Zweikämpfe, die in der gelb-roten Karte für Lodeiro ihren Höhepunkt fanden, führten in diesen 90 Minuten Regie. Kein Leckerbissen, doch zumindest die Spannung bleibt damit in dieser Gruppe gegeben.
Der Fußball hielt nicht, was er versprach, der österreichische Rundfunk schon. Wenn Moderatoren es nicht zustande bringen von der vor ihnen aufleuchtenden Grafik korrekt abzulesen und Kommentatoren dem Zuschauer durch Nichtnennens eines Spielernamens (oh Gott die Stimmbänder sind ja so arm) ein zweifelhaftes Vergnügen bereiten, ist man nicht im Kinderprogramm, sondern im ORF-Sport gelandet. So präsentiere ich stolz eine neue Rubrik in diesem Blog für die kommenden Tage und Wochen:
Verpolzert – Stilblüten vom Küniglberg
Heute: Regelkenntnis.
Wir schreiben die 38. Spielminute im Spiel Südafrika gegen Mexiko. Ecke für die Mexikaner. Sehen Sie selbst:
Zitat unseres Kommentators (während der ersten Wiederholung): “Das kann doch kein Abseits sein”
Nunja, knapp daneben ist auch vorbei. Dabei ist die Regel doch gar nicht so schwer. Ist der Angreifer näher an der gegenerischen Torlinie als der Ball und der vorletzte Gegner (auch der Torhüter ist ein Gegner, jaja), dann ist dieser in Abseitsposition. Die stundenlange Statistikschulung vor der WM scheint unseren Kommentator doch etwas verwirrt zu haben.
Trotz allem freue ich mich am zweiten Spieltag speziell auf den ersten Auftritt Lionel Messis (Wie fit ist er wirklich?) sowie jenem der Engländer im Abendspiel gegen die USA. Südkorea gegen Griechenland wird natürlich auch gerne mitgenommen. Na dann: Auf bald, Bis Wiedersehen.

Polzer war wirklich wieder einmal unterirdisch schlecht. Da könnte man auch einen seelenlosen Stahlbolzen in die Sprecherkabine reinsetzen.
johanson schrieb dies am 12. Juni 2010 um 00:48 |